Erlebbare Geschichte – Führung mit dem Salzhändler durch das Gradierwerk und den Kurpark von Bad Dürrenberg

Das, was der „Salzhändler“ von Bad Dürrenberg bei seiner Führung durch das Gradierwerk und den Kurpark von Bad Dürrenberg erzählt, steht nicht unmittelbar im Geschichtsbuch, ist aber nicht minder interessant und wichtig.

Wenn wir an Salz denken, fällt uns meist zuerst das im Salzstreuer ein, welcher sonntags auf dem gedeckten Tisch neben dem Frühstückstisch steht. Es stimmt schon, Salz ist für uns lebenswichtig. Ungefähr sechs Gramm muss jeder Mensch am Tage zu sich nehmen.

Der Salzhändler erzählt seinen Gästen, dass das „weiße Gold“ unter anderem auch zum Kühlen von Speisen und Getränken verwendet wurde und zur Haltbarmachung von Fleisch. Der Adel in den entsprechenden Gegenden profitierte von Steuern und Zöllen. Kein Wunder, dass der Kurfürst von Sachsen unabhängig werden wollte vom preußischen Salz. Und so schickte er den kurfürstlich-sächsischen Bergrat Johann Gottfried Borlach nach Dürrenberg, um nach Salzvorkommen zu suchen. 19 Jahre dauerte es von den ersten geologischen Untersuchungen bis zur Verarbeitung der gefundenen Sole.

Kaum zu glauben, dass im damaligen Dürrenberg zeitweise 4000 bis 5000 Menschen gearbeitet haben und bis zu 21 000 Pferde im Einsatz waren. Mir war bisher nicht bewusst, dass das Saalewehr unterhalb des Borlachturmes künstlich angelegt wurde und mittels einer Wasserkunst der Bohrturm betrieben wurde.

Auf dem Gradierwerk bei Abenddämmerung.

Die Führung ist sehr kurzweilig, die Zeit vergeht wie im Fluge. Neben dem vielen Wissenswerten rund um das weiße Gold in Dürrenberg, ist natürlich die Besteigung des Gradierwerkes ein ganz besonderer Höhepunkt. Hierher pumpte man also die Sole und hier begann das Tröpfeln über den Schwarzdorn des Gradierwerkes. Wasser verdunstete und der Salzgehalt im Wasser erhöhte sich. Hierdurch wurde die anschließende Salzsiederei weniger energieaufwendig.

Beginn der Wassertröpfelei über den Schwarzdorn.

Ehe man jetzt gar nicht mehr aufhört zu schwärmen, legt man lieber jedem ans Herz, der irgendwann in das sachsen-anhaltische Bad Dürrenberg kommt, mit dem Salzhändler durch den Kurpark und das Gradierwerk zu laufen, dabei den Geschichten zu lauschen, das leckere salzige Sprudelwasser zu kosten, die Aussicht vom Gradierwerk zu genießen.

Redaktion: Jürgen Krohn

Redakteur: Gudrun Ebert

Fotos: Gudrun Ebert

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